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Ohne Alternative? Garstedt verliert weiteres historisches Gebäude

Veröffentlicht am 01.08.2012, 23:43 Uhr     Druckversion

Die Adresse Ochsenzoller Stra√üe 132 ist vielen Bewohnern Garstedts ein Begriff. Auf dem Gel√§nde befand sich bis in die 1970er Jahre hinein die Tischlerei des alten Garstedter Familienunternehmens Plambeck. √úbrig blieb nach der Verlagerung der Tischlerei das 1910 erbaute Verwaltungsgeb√§ude im Stil der Gr√ľnderzeit. ¬ĄMit dem jetzt vorliegenden Bebauungsplan f√ľr das Gel√§nde zwischen Ochsenzoller Stra√üe und Tannenhofstra√üe droht dem historischen Geb√§ude wohl bald die Abrissbirne.
An seine Stelle sollen moderne Wohnkuben mit Backsteinfassaden treten. F√ľr den hinteren Bereich der Tannenhofstra√üe ist auch nichts dagegen einzuwenden, was aber den Altbau angeht, h√§tten wir uns einen vorsichtigeren Umgang mit dem Gr√ľnderzeit-Haus gew√ľnscht. F√ľr viele Menschen im Stadtteil verschwindet damit absehbar auch ein greifbarer Teil ihrer Erinnerungen an das alte Garstedt, den Ursprung unserer Stadt. Es geht somit auch um die Zukunft unserer Vergangenheit.¬ď, so die SPD-Vorsitzende Katrin Fedrowitz.

In Norderstedt sei festzustellen, dass vermehrt historische Altbauten vernachl√§ssigt werden oder gleich der Abrissbirne zum Opfer fallen. Eigent√ľmer und Investoren argumentieren in diesen F√§llen oft mit mangelnder Wirtschaftlichkeit einer Sanierung dieser Altbauten. Es hei√üt: f√ľr weniger Geld, als die Instandsetzung und Modernisierung der jeweiligen Geb√§ude kostet, kann ein Neubau erstellt werden, der heutige Anforderungen an Wohngeb√§ude und zeitgem√§√ües Wohnen erf√ľllt. Die Umsetzung denkmalpflegerischer Ziele treffe h√§ufig auf wirtschaftliche Interessen. Trotz engagierter T√§tigkeit und leerer √∂ffentlicher Kassen sei diese Auseinandersetzung erforderlich.

Am Beispiel des Geb√§udes von ¬ĄEllerbrocks Gasthof¬ď im jetzigen Frederikspark k√∂nne man gut beobachten, wie der Einklang mit der Geschichte eines Hauses und dem wirtschaftlichen Interesse des Eigent√ľmers gelingen kann.
¬ĄDort wurde bis auf die Fassade das gesamte Geb√§ude abgerissen und dann v√∂llig neu aufgebaut. Der Charakter des Geb√§udes konnte gerettet werden. Eine √§hnliche L√∂sung w√ľnschen wir uns auch f√ľr das Gr√ľnderzeit-Haus an der Ochsenzoller Stra√üe.¬ď

¬ĄAuch wenn das Wohnungsunternehmen Plambeck, mit dem wir bereits Kontakt in dieser Sache aufgenommen haben, sich der Bedeutung des Geb√§udes durchaus bewusst ist, scheint der Abriss nicht mehr abwendbar. Nat√ľrlich ist nicht jeder Altbau es wert erhalten zu werden, dennoch macht in diesem Fall der fehlende offizielle Status als Baudenkmal einen gesetzlichen Schutz unm√∂glich. Oft werden H√§user nicht unter Denkmalschutz gestellt, weil das zust√§ndige Amt nicht die Gelder hat, um dann auch die n√∂tigen F√∂rdermittel f√ľr den Erhalt der Denkm√§ler bereit zu stellen. Das Landesamt f√ľr Denkmalschutz spricht dann von "denkmalw√ľrdig", ein Begriff, der das Amt vor der Verpflichtung zur F√∂rderung sch√ľtzt, die H√§user aber nicht vor dem Abriss. Im aktuellen Fall sind wir also auf den guten Willen und die schon oft bewiesene Weitsicht der Eigent√ľmer-Familie angewiesen.¬ď, so Katrin Fedrowitz abschlie√üend.

Homepage: SPD-Norderstedt


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